Unsere Haushaltsrede 2021

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Blühende Gärten in Schömberg

Die MUZ Fraktion bietet in diesem Frühjahr allen interessierten Schömberger BürgerInnen kostenloses Saatgut für insektenfreundliche Blühmischungen an, um unsere Gemeinde ein kleines bisschen bunter und lebendiger zu machen.

 

Es handelt sich um eine einjährige Blühmischung (zertifiziert und speziell für Baden-Württemberg zusammen gestellt), welche aus 18 verschiedenen Blütenpflanzen wie bspw. Sonnenblumen, Kornblumen, Ringelblumen und Klatschmohn besteht. Neben der Ästhetik erfüllt das Aussäen von Blühmischungen einen noch viel wichtigeren Zweck: Blütenpflanzen dienen unseren heimischen Insekten als Nahrung, da die Blumen eine wichtige Pollen und Nektarquelle sind. Aber auch Vögel und Fledermäuse profitieren davon, da sie sich von genau diesen Insekten ernähren. Schon kleinste Flächen sind äußerst wertvoll.

 

Doppelter Effekt: Im Sommer bieten Sie unzähligen Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und Käfern ein reich gedecktes und vor allem auch in den Monaten Juni bis August überlebenswichtiges Buffet in Ihrem Garten. Wenn Sie die abgestorbenen Pflanzen im Herbst stehen lassen und erst im darauf folgenden Frühjahr entfernen, können Insekten zudem in den Halmen der einstigen Blütenpracht überwintern und sie leisten einen weiteren Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt!

 

Optimale Saatzeit: Ende April bis Mitte Mai. Bereits wenige Wochen später können Sie sich über die ersten Blüten freuen, welche sich bis in den Spätsommer fortsetzen.

 

Kulturführung: Einfach. Die Samen freuen sich über einen gelockerten Boden, optimaler Weise ein Blumenbeet, in den sie nur leicht eingearbeitet werden. Falls es sich um einen mageren Boden handelt, schadet eine Düngung mit Kompost oder abgelagertem Mist nicht. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Wasserversorgung während der Keimung und im Jugendstadium.

 

Haben wir Ihnen Lust auf ein paar bunte Tupfer in dieser grauen Zeit gemacht?
Möchten Sie sich aktiv am Umweltschutz und dem Erhalt unserer Artenvielfalt beteiligen?

Dann melden Sie sich bei uns unter Angabe der geplanten Größe ihrer künftigen Blütenpracht. Wir füllen die passende Menge Saatgut ab und vereinbaren mit Ihnen einen Übergabetermin.

 

Wir freuen uns auf Ihre Bestellung und wünschen Ihnen bereits jetzt viel Spaß bei der Gartenplanung.

 

Bestellungen unter: hallo(at)muz-schoemberg(dot)de oder unter 0173 – 9730444 (gerne auch per messenger).

Waldumwandlung und Flächenverbrauch


Liebe Bürgerinnen und Bürger, hier einige Informationen zum Thema

 

Waldumwandlung und Flächenverbrauch

 

Die Inanspruchnahme von Naturraum und Wald steht derzeit auf allen Ebenen stark in der Diskussion. Global betrachtet spielen Naturraum und insbesondere Wälder eine zentrale Rolle, wenn es um die Bindung des „Klimagases“ CO2 geht. Durch die Vergrößerung von Waldflächen lässt sich CO2 aus der Atmosphäre binden, was der Klimaerwärmung entgegenwirkt. Weltweit Waldflächen zu vermehren und den Flächenverbrauch durch Menschen zu senken ist notwendig und wird überlebenswichtig sein.

 

Lokal auf Schömberg oder den Nordschwarzwald bezogen sieht die Betrachtung anders aus. Wir leben in einer Region mit dem höchsten Waldanteil Baden-Württembergs. Fast drei Viertel der Fläche Schömbergs sind Waldgebiete. Nur knapp 17% stehen der Landwirtschaft zur Verfügung.

 

Unser Wald ist unter anderem wertvollster Trinkwasserspeicher, ist Rückzugsgebiet für unzählige Tiere und Pflanzen, ist Erholungsraum, bietet Platz für viele Freizeitaktivitäten und nicht zuletzt liefert er den wertvollen, ökologischen Rohstoff Holz. Deshalb sollten wir nicht ohne guten Grund Wald beseitigen oder wie es in der Fachsprache heißt: „Wald umwandeln“.

In unserer Region ist es aber an manchen Stellen sogar sinnvoll, Wald in eine andere, ökologisch wertvollere Nutzungsform umzugestalten und damit z.B. zu verhindern, dass in offenen Tal-Auen wieder auf natürliche Weise Wald entsteht. Denn im Wald mehr lichte Stellen oder baumfreie Bereiche zu schaffen, trägt zu ökologischer Vielfalt bei, bietet sehr vielen Tieren und Pflanzen wertvollen Lebensraum, den sie anderswo in Siedlungsflächen oder intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr bekommen. Viele Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und dazu Vögel, Reptilien und Säugetiere sind auf diese Lebensräume am Waldrand und auf Lichtungen angewiesen.

 

Deshalb liebe Bürgerinnen und Bürger, sehen Sie bitte nicht in jedem entnommenen Baum etwas Schlechtes.

Auch bei Flächenbedarf für Projekte der Gemeinde Schömberg  sollte sehr genau abgewogen werden, ob man die Fläche wirklich braucht und von welcher Nutzungsform die Fläche stammt. Auch hier stehen wir auf dem Standpunkt, dass in unserer waldreichen Heimat eher eine Waldfläche genutzt werden sollte, als die sowieso schon geringen landwirtschaftlichen Flächen. In Baden-Württemberg wurden in den letzten 10 Jahren 20.000 ha Naturraum für Bauzwecke diverser Art „verbraucht“, in der gleichen Zeit wuchs die Waldfläche allerdings um 250 ha an.

 

Eine Gemeinde wie Schömberg hat in Punkto Flächennutzung mehrere, teilweise konkurrierende Zielsetzungen zu verfolgen. Es gilt Abwägungen zu treffen. Soll z.B. Wohnraum geschaffen werden, kann man in erster Linie vorhandene Bebauung möglichst optimal nutzen und erhalten oder auch Neubauten in Form innerörtlicher Verdichtung realisieren. Das allein wird aber nicht ausreichen, die Wohnraumknappheit zu verringern. Die Schaffung neuer Baugebiete mit energetisch und ökologisch effizienten Konzepten ist unvermeidlich. Eine abgestimmte und verbindliche Raumplanung liefert hier Lösungen.

 

Wir als Fraktion „Mensch, Umwelt, Zukunft“, mit drei ausgebildeten Förstern und einem Agrarwissenschaftler in unseren Reihen, stehen grundsätzlich zum touristischen Standbein Schömbergs. In Fragen der Naturraumnutzung legen wir Wert auf Ressourcen schonende und nachhaltige Umsetzung mit Augenmaß: Deshalb auch nur so viel Umnutzung oder Beeinträchtigung wie zwingend nötig. Dabei versuchen wir stets das Gesamtbild nicht aus den Augen zu verlieren. Derzeit sehen wir uns in diesem Anspruch vor große Herausforderungen gestellt. Wir können Entscheidungen, die vor unserer Zeit im Gemeinderat bereits verbindlich beschlossen worden sind, nicht mehr zurückdrehen, wie z.B. den Bau der Flyline und des Flyingfox am Aussichtsturm. Flächenumwandlungen, die diesbezüglich bereits beschlossen wurden und jetzt erst vollzogen werden, können wir nicht mehr beeinflussen. Wir sehen uns in der Pflicht, dies zu akzeptieren und trotzdem noch vorhandene Spielräume der Ausgestaltung nach unseren Vorstellungen zu nutzen. Was manchmal gelingt und manchmal auch nicht.

 

Wir sind überzeugt, dass es nur in einem Miteinander gelingt gute Lösungen zu erzielen. Wir drängen auf umfängliche Kommunikation und Austausch zwischen Gemeinde und ihren Einwohnerinnen und Einwohnern. Allerdings werden sich stets Veränderungen ergeben, die immer auch Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebenssituation der Menschen haben. Nichts ist konstanter als der Wandel. Oft bringt uns nur der Kompromiss weiter. Diesen Herausforderungen werden wir uns als Fraktion „Mensch, Umwelt, Zukunft“ (MUZ) weiter stellen.